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Großraum Regensburg bekommt S-Bahn-ähnlichen Betrieb

29.01.2020 Meilenstein für Weiterentwicklung der Verkehrsmobilität im Raum Regensburg / Von gemeinsamer Initiative aus zwölf Landkreisen und Kreisfreien Städten profitieren über 1,3 Mio. Menschen

Der Großraum Regensburg mit seinen 1,3 Mio. Menschen bekommt einen S-Bahn-ähnlichen Betrieb. Verkehrsminister Hans Reichhart sicherte dies den Repräsentanten von zwölf Landkreisen und Kreisfreien Städten bei einem Pressetermin im Regensburger Landratsamt zu. Von rechts: Oliver Seidel, Planungsreferent Stadt Weiden i.d.OPf., Landrat Martin Neumeyer (Landkreis Kelheim), Landrat Franz Löffler (Landkreis Cham), Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (Stadt Regensburg), Landrat Josef Laumer (Landkreis Straubing-Bogen), Landrätin Tanja Schweiger (Landkreis Regensburg), Staatsminister Dr. Hans Reichhart, Landrat Richard Reisinger (Landkreis Amberg-Sulzbach), Oberbürgermeister Michael Cerny (Stadt Amberg), Landrat Andreas Meier (Landkreis Neustadt a.d.Waldnaab), Landrat Willibald Gailler (Landkreis Neumarkt i.d.OPf.), Landrat Thomas Ebeling (Landkreis Schwandorf), Oberbürgermeister Markus Pannermayr (Stadt Straubing), (Foto: Landratsamt Regensburg, Hans Fichtl).
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Regensburg (RL). Was Bayerns Verkehrsminister Dr. Hans Reichhart beim heutigen Pressetermin im Regensburger Landratsamt bekannt gab, kann als Meilenstein in der Weiterentwicklung des Schienenpersonennahverkehrs im Großraum Regensburg bezeichnet werden. Auf Einladung von Landrätin Tanja Schweiger, die den Zusammenschluss aus zwölf Landkreisen und Kreisfreien Städten in 2018 initiiert hatte, erläuterte der Minister, mit welchen Maßnahmen das SPNV-Angebot in der Region in den nächsten Jahren verbessert werden soll. Bis spätestens Dezember 2024 wird auf allen fünf Schienenstrecken zu den Hauptverkehrszeiten ein S-Bahn-ähnlicher Betrieb im mindestens 30-Minuten-Takt umgesetzt werden können. Ein darüber hinaus gehender Ausbau hin zu einem durchgängigen 30-Minuten-Takt kann dann realisiert werden, wenn seitens des Bundes und der Bahn die notwendigen Infrastrukturmaßnahmen durchgeführt worden sind. Der Minister sicherte zu, dass sich der Freistaat Bayern beim Bund für die notwendigen Infrastrukturmaßnahmen einsetzen werde.

Zur Weiterentwicklung des Angebots und der Infrastruktur im SPNV hatte die Bayerische Eisenbahngesellschaft das Gutachten „SPNV-Konzept Region Regensburg“ in Auftrag gegeben. Die Landräte und Oberbürgermeister hatten sich zuletzt im Februar 2019 an den Bayerischen Ministerpräsidenten gewandt und einen S-Bahn-ähnlichen Betrieb für die Region gefordert. Durch die Errichtung zusätzlicher Haltepunkte soll der Zugang zum SPNV erleichtert und die Umsteigesituation auf Busverkehre mit Zubringerdiensten verbessert werden. Diese Maßnahmen sind neben der Bereitstellung ausreichender Zugkapazitäten für die Sicherstellung einer zukunftsfähigen Mobilität und einer weiterhin positiven wirtschaftlichen Entwicklung der gesamten Region von maßgeblicher Bedeutung, so das damalige Schreiben.

Hier eine Zusammenfassung zu den Forderungen der Region zum SPNV sowie zu den von Staatsminister Dr. Hans Reichhart beim Pressetermin getroffenen Aussagen, mit welchen Maßnahmen der SPNV in der Region Regensburg weiterentwickelt werden soll:

Kernaussagen der Forderungen der Region zum SPNV

Die Region ist der Ansicht, dass ein S-Bahn-ähnlicher Betrieb im Stadt-/Umlandverkehr von Regensburg mit möglichst dichter Taktfolge und langen Bedienzeiten notwendig und auch gerechtfertigt ist, um die vorhandenen Potenziale auszuschöpfen und neue zu erschließen. Zur Erreichung der gemeinsamen Ziele fordert die Region neben schnellen Verbindungen für die weiteren Strecken mindestens einen durchgängigen 30-Minuten-Takt auf den fünf Schienenstrecken im Zulauf auf Regensburg. Durch die Einrichtung zusätzlicher Haltepunkte soll der Zugang zum SPNV erleichtert und die Umsteigesituation auf entsprechende Busverkehre in der Region mit Zubringerdienst verbessert werden.

Gutachten Phase 1 – Umsetzung bis spätestens 12/2024

Die Forderungen der Region auf einen S-Bahn-ähnlichen Verkehr im mindestens 30-Minuten-Takt auf den fünf Schienenstrecken im Zulauf auf Regensburg wird zu den Hauptverkehrszeiten durch das Angebot mit 2 Zügen je Stunde und Richtung umgesetzt. Diese Angebotsverbesserungen sind bereits Grundlage für die Neuausschreibung der Netze Expressverkehr Ostbayern, Regensburg/Donautal sowie Donau-Isar – Betriebsstart ist spätestens der Dezember 2024.

Ab spätestens 12/2024 wird es somit im Großraum Regensburg folgende verbesserte Angebote geben:

Streckenast nach Eggmühl/Landshut

1-h-Takt RB/RE Regensburg — Landshut — München-Flughafen (ÜFEX)

1-h-Takt RE Regensburg — Landshut — München Hbf

Streckenast nach Schwandorf

1-h-Takt RB Regensburg — Schwandorf — Weiden

1-h-Takt RE Regensburg — Schwandorf (— Hof/Prag)

1-h-Takt RB/RE Regensburg — Schwandorf (— Nürnberg)

 

Streckenast nach Straubing

1-h-Takt RB Regensburg — Straubing — Plattling
1-h-Takt RB Regensburg — Straubing (HVZ)

 

Streckenast nach Nürnberg

1-h-Takt RE Regensburg — Parsberg — Nürnberg

1-h-Takt RB Regensburg — Parsberg — Neumarkt

1-h-Takt RB Regensburg — Parsberg (HVZ)

 

Streckenast nach Ingolstadt

1-h-Takt RB Regensburg — Saal — Ingolstadt

1-h-Takt RB Regensburg — Saal (HVZ)

Somit werden in der Hauptverkehrszeit auf allen Linien die geforderten zwei Züge je Stunde und Richtung fahren. Zum Teil kann allerdings für einige wenige Stationen infrastrukturbedingt nur im 1-Stunden-Takt bedient werden

 

Gutachten Phase 2 – Planungshorizont 2030 +X

Die Forderung der Region nach einem S-Bahn-ähnlichen Betrieb mit durchgängigem 30-Minuten-Takt kann erst dann realisiert werden, wenn die im Gutachten aufgezeigten Infrastrukturmaßnahmen umgesetzt sind. Der Freistaat wird hierzu mit der Region gemeinsam beim Bund die Umsetzung der  – über das derzeit noch laufende Gutachten „SPNV-Konzept Region Regensburg“ noch näher zu ermittelnden –  Maßnahmen anstoßen.

Darüber hinaus wird die zeitnahe Umsetzung folgender im Bundesverkehrswegeplan enthaltener Projekte gemeinsam vorangetrieben:

  • Kapazitätssteigerung und Elektrifizierung Obertraubling – Regensburg – Hof
  • Ausbaustrecke Nürnberg/München – Schwandorf – Furth im Wald-Grenze
  • Ausbaustrecke Regensburg – Landshut – Mühldorf
  • Ausbaustrecke Nürnberg – Regensburg-Prüfening – Regensburg Hbf – Obertraubling (mit drittem Gleis Feucht – Neumarkt i.d.OPf.)

Kategorien: Landkreis Regensburg